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Urlaubsverwaltung

Jahresurlaubsanspruch berechnen: Betriebszugehörigkeit, Anspruchsverfolgung und Abstimmungsformular

Jahresurlaub in der Türkei (14, 20, 26 Tage), ein Jahr Wartezeit, Regeln unter 18 und über 50, Anspruchsdatum, Resturlaub und Abstimmungsformular für ein stimmiges Konto.

  • Halit Yılmaz Leiter Buchhaltung
  • 5 Min. Lesezeit
Jahresurlaubsanspruch berechnen: Betriebszugehörigkeit, Anspruchsverfolgung und Abstimmungsformular

Der Jahresurlaub gehört beim Ausscheiden zu den am häufigsten umstrittenen Posten: Nicht genommener Urlaub wird ausgezahlt, und in diesem Moment gibt jeder eine andere Antwort auf die Frage „Wie viele Urlaubstage waren noch übrig?“. Die Ursache ist nicht fehlendes Rechenwissen, sondern mangelnde Disziplin bei der Erfassung. Der Urlaubsanspruch entsteht für jeden Mitarbeitenden an einem anderen Datum, ändert sich mit der Betriebszugehörigkeit, und jeder genommene halbe Tag wird vom Konto abgezogen; das über Jahre fehlerfrei in Excel zu führen, ist nahezu unmöglich.

In diesem Beitrag fasse ich die gesetzlichen Urlaubszeiten in der Türkei zusammen und erkläre, wie Sie das Anspruchsdatum verfolgen, das Urlaubskonto korrekt führen und warum das Abstimmungsformular wichtig ist.

Gesetzliche Urlaubszeiten

Nach dem türkischen Arbeitsgesetz Nr. 4857 erhält, wer ab dem Eintrittsdatum einschließlich der Probezeit mindestens ein Jahr gearbeitet hat, bezahlten Jahresurlaub. Die Dauer steigt mit der Betriebszugehörigkeit:

BetriebszugehörigkeitJahresurlaub (Arbeitstage)
Von 1 Jahr bis 5 Jahre (einschließlich 5 Jahre)14 Tage
Mehr als 5 Jahre, weniger als 15 Jahre20 Tage
15 Jahre (einschließlich) und mehr26 Tage

Diese Zeiten sind Mindestzeiten; sie können durch Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag erhöht werden. Mitarbeitende unter 18 Jahren und über 50 Jahren erhalten mindestens 20 Tage. Wöchentliche Ruhetage, Nationalfeiertage und gesetzliche Feiertage, die in den Urlaub fallen, werden nicht auf die Urlaubsdauer angerechnet. Auf den Jahresurlaub kann nicht verzichtet werden; der Arbeitgeber darf ihn nicht aufteilen, im gegenseitigen Einvernehmen kann er jedoch in Abschnitten genommen werden, wobei ein Abschnitt mindestens 10 Tage umfassen muss.

Anspruchsdatum: jeder Mitarbeitende hat seinen eigenen Kalender

Der Urlaubsanspruch entsteht nicht nach dem Kalenderjahr, sondern nach dem Eintrittsdatum. Wer am 15. März eingetreten ist, erwirbt den ersten Urlaubsanspruch am 15. März des Folgejahres; am 15. März, an dem das fünfte Jahr vollendet ist, steigt der Anspruch von 14 auf 20 Tage. Ein Unternehmen mit fünfzig Mitarbeitenden hat fünfzig verschiedene Anspruchsdaten. Der häufigste Fehler bei manueller Verwaltung: den Urlaub für alle am 1. Januar zu erneuern. Damit erhalten manche Urlaub, der ihnen noch nicht zusteht, und andere zu wenig.

Richtig ist: Für jeden Mitarbeitenden wird das Eintrittsdatum geführt, nach Ablauf des Anspruchsjahres wird die der Betriebszugehörigkeit entsprechende Zahl an Tagen dem Konto gutgeschrieben, genommener Urlaub wird abgezogen, und der Restsaldo ist jederzeit sichtbar.

Übertragener Urlaub und „nicht genommener Urlaub“

Nicht genommener Urlaub verfällt nicht; er wird auf die folgenden Jahre übertragen, und bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden die nicht genommenen Tage auf Basis des letzten Lohns ausgezahlt. Ein angesammeltes Urlaubskonto ist daher eine Verbindlichkeit des Arbeitgebers und sollte in der Finanzplanung sichtbar sein. Die Übersicht über genommenen Jahresurlaub und der Anspruchsbericht beantworten die Frage „Wer hat wie viele Tage angesammelt?“ in einer einzigen Tabelle; Führungskräfte nutzen sie, um die Urlaubsnahme zu fördern.

Warum ist das Abstimmungsformular wichtig?

Die Inanspruchnahme von Jahresurlaub muss dokumentiert werden. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, Urlaubsaufzeichnungen zu führen; ein Nachweis, der zeigt, in welchem Zeitraum der Mitarbeitende Urlaub genommen hat, und seine Unterschrift trägt, beugt späteren Einwänden wie „An diesen Tagen hatte ich keinen Urlaub, ich habe gearbeitet“ vor. Genau das ist das Abstimmungsformular: Es zeigt erworbene, genommene und verbleibende Urlaubstage im Einzelnen, und Mitarbeitender und Arbeitgeber unterschreiben es.

Wird das Formular mit einem Klick aus einem digitalen System erzeugt, bringt das zwei Vorteile: Es zeigt immer den aktuellen Saldo, und da die Mitarbeitenden ihren Saldo ohnehin in der App sehen, gibt es bei der Unterschrift keine Überraschungen.

Fünf Regeln für ein korrektes Urlaubskonto

  • Urlaub wird im Moment der Genehmigung vom Konto abgezogen; keine Sammelverarbeitung am Monatsende.
  • Halbe Tage und stundenweiser Urlaub werden als eigene Urlaubsart angelegt; von Anfang an muss klar sein, ob sie das Jahresurlaubskonto belasten oder einen eigenen Anspruch darstellen.
  • Urlaubsarten werden passend zu Ihrem Unternehmen eingerichtet: Jahresurlaub, unbezahlter Urlaub, Sonderurlaub, Krankheit, Mutterschaft, Heirat, Vaterschaft … Für jede Art sind Auswirkung auf das Konto und Nachweispflicht definiert.
  • Nach dem Anspruchsdatum erhöht sich das Konto automatisch; HR muss an nichts denken.
  • Mitarbeitende sehen ihr eigenes Konto. Transparenz erledigt die meisten Einwände, bevor sie entstehen.

Urlaubsanspruch in NetKurum

In NetKurum werden Urlaubsarten passend zum Unternehmen definiert; stundenweiser Urlaub, das Hochladen von Nachweisen und die Anspruchsverfolgung sind Teil des Urlaubsmoduls. Mitarbeitende stellen Urlaubsanträge in der mobilen App und sehen ihren Restsaldo auf demselben Bildschirm; der Antrag durchläuft den vom Unternehmen gewählten Genehmigungsprozess, und genehmigter Urlaub wird direkt in den Arbeitszeitnachweis übernommen. HR erhält die Urlaubsübersicht der Mitarbeitenden und den Anspruchsbericht und druckt das Urlaubs-Abstimmungsformular je Person aus dem Dashboard. Details finden Sie auf der Seite Urlaubsverwaltung.

Das Urlaubskonto ist keine Zahl, die am Monatsende berechnet wird, sondern ein Nachweis, der jeden Tag stimmen muss.

Häufig gestellte Fragen

Zählt die Probezeit zur Betriebszugehörigkeit?

Ja. Die Frist von einem Jahr wird ab dem Eintrittsdatum einschließlich der Probezeit berechnet.

Kann der Jahresurlaub aufgeteilt werden?

Im gegenseitigen Einvernehmen kann er in Abschnitten genommen werden; ein Abschnitt darf nicht kürzer als 10 Tage sein.

Wird das Wochenende auf den Urlaub angerechnet?

Nein. Wöchentliche Ruhetage, Nationalfeiertage und gesetzliche Feiertage, die in den Urlaub fallen, werden nicht auf die Urlaubsdauer angerechnet; das System berechnet die Arbeitstage entsprechend.

Steigt der Urlaub sofort auf 20 Tage, wenn die Betriebszugehörigkeit 5 Jahre erreicht?

Die 20 Tage gelten in dem Anspruchszeitraum, der nach Vollendung des fünften Jahres beginnt; da das System das Anspruchsdatum je Person verfolgt, erfolgt der Wechsel automatisch.

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Zur Person

Halit Yılmaz

Leiter Buchhaltung

Schreibt aus Sicht eines Buchhaltungsleiters über Arbeitszeitnachweise, Überstunden, Urlaubsansprüche und die Richtigkeit der Daten, die in die Lohnabrechnung fließen. Er erklärt, woher die Zahlen kommen und wie man sie prüft.

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